Sonntag, 19. November 2017

Sonntagspredigt von den Talenten

Manfred Plattner war am heutigen Sonntag der Prediger des Tages.in der November Predigtreihe "Es ist wirklich Liebe". Wem der ganze Text der Predigt zu lange ist, sollte sich wenigstens die Humorapotheke zu Herzen nehmen:
  • Gewähre deinen Ängsten ihren Auftritt, aber bleibe du selbst der Regisseur deines Lebens.
  • Lass Raum und achte auf die Liebe in allen Dingen. Dir ist von Gott nur soviel zugemutet, wie du auch tragen kannst. Mach was draus, versteck dich nicht, riskiere, trau es dir zu!
  • Bringe heute jemanden zum Lachen (caritativer Dienst!) und lache mit ihm, nicht über ihn.
  • Lach ab und zu auch mal über dich selbst!
Für Lesefaule  gibt es die Predigt auch als Audio (Sie brauchen sich bei Dropbox nicht anmelden, einfach auf den blauen Pfeil klicken - schon beginnt Manfred mit dem Hall des Kirchenfeelings zu predigen).


Predigtreihe: Es ist wirklich Liebe - Gott lieben
Liebe vertreibt Angst

Manfred Plattner
Foto: E. Henk
Ein heftiges Evangelium, finden Sie nicht? In unserer Predigtreihe wollen wir heute einen weiteren Blick auf Gottes Liebe versuchen. An den vergangenen Sonntagen haben wir immer andere Aspekte hervorgehoben. Heute geht es um den Aspekt der Angst.

Ein Meister sagte zu seinen Schülern: Was ihr Liebe nennt, ist in Wirklichkeit ein Geschäft. Entsprich meinen Erwartungen, gib mir was ich möchte, und ich werde dich lieben. Weise mich ab, und meine Liebe schlägt in Groll und Gleichgültigkeit um. Und er erzählte von dem Familienvater, der nach einem anstrengenden Arbeitstag  zu seiner Frau und seinem niedlichen, drei Jahre alten Töchterchen nach Hause kam.

"Bekommt Papa einen Kuss?"
"Nein!"
"Schäm dich. Dein Papa muss den ganzen Tag hart arbeiten um Geld nach Hause zu bringen und du behandelst ihn so. Wo ist der Kuss?"
Das niedliche, drei Jahre alte Töchterchen schaute ihm in die Augen:
"Und wo ist das Geld?"

In dieser kleinen Weisheitsgeschichte von dem Schriftsteller und Jesuitenpater Anthony de Mello zeigt sich eine verzerrte Vorstellung von Liebe: Liebe als Geschäft. Wirkliche Liebe aber ist kein Geschäft. Der Vater des Kindes wird sich wohl Zeit für seine Tochter nehmen müssen, mit ihm spielen um so den ersehnten Kuss freiwillig von seiner Tochter zu erhalten. Dann ist es wirklich Liebe, aber nicht, wenn er vom Geld spricht.

Auch im Gleichnis vom anvertrauten Geld geht es eigentlich um die Frage nach der wertschätzenden Liebe, die dem, der sie annimmt, Anteil an der Freude des Herrn gibt.

Man sollte man beim Lesen dieser Bibelstelle 3 Dinge beachten:

  • sie ist keine Anweisung für Menschen, die an chronischer Angst und Depression leiden
  • sie erteilt keine Berechtigung, andere in Tüchtige und Untüchtige einzuteilen
  • sie enthält verschiedene Perspektiven: 


  1. der vermögende Herr, der auf Reisen geht: Er traut seinen Dienern etwas zu, jedem nach seinen Fähigkeiten
  2. die beiden Diener, die tüchtig sind, die Talente vermehren und das ihnen Anvertraute verdoppeln und erhalten Anteil an der Freude des Herrn, sie erhalten größere Aufgaben
  3. der dritte Diener: er erhält am wenigsten und ist vor allem auf den strengen Herr fixiert, er Angst das eine Talent zu verlieren und dann bei der Rückkunft des Herrn am Ende ohne 


    • etwas dazustehen, die anderen haben mehr - ich sowenig. 
    • Vielleicht ist es auch die späte Erkenntnis, das eine Talent nicht genutzt zu haben, das in ihm Tränen und Wut, Heulen und Zähneknirschen auslöst. Er fühlt sich  hinausgeworfen, ausgegrenzt und isoliert. 


Sie kennen das: Ein Hund schnappt nach einem Ast. Er verbeißt sich und sie können den Hund mit dem Ast - wenn sie stark genug sind, hochheben. Er wird ihn nicht loslassen und erst nach langem Kampf knurrend aufgeben. So erscheint mir das Handeln des dritten Dieners zu sein: festgefahren, verbissen in seiner Angst, fixiert auf die Strafe des Herrn.

Das Problem liegt tatsächlich in der Angst. Die Angst des Dieners besteht darin, dass er sich einem übermächtigen Herrn gegenüber sieht, ihm gegenüber ohnmächtig und in Angst erstarrt. Er hat das Geld eingegraben! Am besten ist es, sich tot zu stellen und alles unverändert zu lassen, damit der Herr nicht schimpft.

Diese Haltung gibt es leider bei uns Menschen oft in ziemlich vielen Lebensbereichen, in Partnerschaften, Ehen, Familien, im öffentlichen Leben, im Berufsleben, im Umgang mit sich selbst  und auch im Glauben an Gott. Ich denke da nur an jene Verzerrungen von Frömmigkeit, die jede Veränderung als böses Werk beurteilen und Erneuerungen in ihrem Entstehen festhalten und verhindern.

Ich hab jetzt eine gute und eine schlechte Nachricht:
Die gute: Gottes Liebe ist viel größer, als wir es uns je vorstellen können!
Die schlechte: diese 3 Diener leben auch in jedem von uns. Ihr Verhalten ist auch unsere Praxis.

Oft wird uns etwas anvertraut, wir haben mehr oder weniger Talent und es gelingt uns etwas, weil wir riskieren und etwas draus machen. Da entsteht Freude über das Gelingen und wir wachsen in und an unserer Aufgabe.

Aber es gibt auch die Situation, dass wir nichts zusammenbekommen. Wir haben Angst zu versagen, glauben zu wenig Talent zu haben, geben uns auf und fixieren uns aufs Versagen. Im Nachhinein tut es uns dann oft leid, oft ärgern wir uns auch über uns selbst und hegen einen heimlichen Groll in uns, über die verpasste Chance. Andere sind dann Schuld, ober wir selbst vergraben uns im Opfersein.

Aber wir müssen nicht in Angst erstarren! Wir können uns der Angst entgegenstellen!
Eine Möglichkeit ist für mich persönlich der Humor. Ich erlebe ihn als ein Schutzschild gegen Angst, als Ausdruck von Liebe durch heilsames Lachen. Humor ist, wenn man trotzdem lacht!
Allerdings muss man auch hier unterscheiden:

Es gibt ein HEILSAMES LACHEN und ein VERNICHTENDES LACHEN:
Nur das heilsame Lachen stellt die Balance im Leben wirklich wieder her, indem es ernste Dinge absurd erscheinen lässt. Humorvolle Menschen bringen einen zum Lachen - vielleicht auch eine Tat der Nächstenliebe: das zum Lachen "Bringen"! Echter Humor hat auch etwas mit Loslassen zu tun.

Bei Humorlosigkeit aber ist es wohl ähnlich wie bei dem Hund der verbissen seinen Stock festhält und nicht hergibt. Das vernichtende Lachen fletscht die Zähne, es bedroht andere in Herabwürdigungen und Beleidigungen. Da kann man meist auch nicht wirklich von Herzen lachen, sondern eher höhnisch grinsen. Dieses schenkelklopfende Hohngelächter befreit nicht wirklich von Angst, sondern schürt sie, weil ihm der Funke die Liebe fehlt.

4 Tipps gegen die Angst (eine Art Humorapotheke)

  • Gewähre deinen Ängsten ihren Auftritt, aber bleibe du selbst der Regisseur deines Lebens.
  • Lass Raum und achte auf die Liebe in allen Dingen. Dir ist von Gott nur soviel zugemutet, wie du auch tragen kannst. Mach was draus, versteck dich nicht, riskiere, trau es dir zu!
  • Bringe heute jemanden zum Lachen (caritativer Dienst!) und lache mit ihm, nicht über ihn.
  • Lach ab und zu auch mal über dich selbst!

Mir ist schon klar, dass es Zeiten gibt, wo das Leben schwer ist, wo es uns schwer fällt zu lachen, weil uns eigentlich zum Weinen ist. Vielleicht geht es heute einigen so. Ich wünsche Ihnen, dass sie einem Menschen begegnen, der Ihnen ein liebevolles Lachen schenkt, das Sie tröstet und ermuntert.

Trotzdem ein humorvoller Ausklang:
Die kleinen Mäusekinder spielen vor dem Mauseloch in der Sonne. Plötzlich ein Schatten: die Katze! Die Mäusekinder sausen ins Loch: "Mama, Mama, die Katze!"
"Kein Problem!", sagt die Mäusemama, steckt den Kopf aus dem Mäuseloch und bellt:
"Wau, Wau ...!" Die Katze kreischt und flüchtet.
"Seht ihr, Kinder", sagt die Maus,
"Wie gut es ist, wenn man Fremdsprachen beherrscht ..."

Ja, die Sprache der Liebe scheint manchmal auch wie eine Fremdsprache für uns.
Aber sie schützt uns gegen die Angst. Wenn wir also nicht in Angst erstarren wollen, die Sprache der Liebe hören, erhaschen wir schon das ein oder andere Lächeln, das uns gut tut und weiterhilft und bekommen Mut zu neuer Tat. Auch wir könnten jene sein, die mit einem Lächeln die Welt verändern.

So erhalten wir Anteil an der Freude des Herrn.
DENN: Seine Liebe ist kein Geschäft. Seine Liebe vertreibt die Angst. Seine Liebe ist wirklich "Liebe".

Samstag, 18. November 2017

Auch eine Flüchtlingsstory

Sr. Christa Petra von unserem Kloster St. Koloman in Stockerau hat uns informiert, dass in Uganda eine neue Niederlassung ihres Ordens (SSpS - Hl. Geist-Schwestern) gegründet wurde. Wir haben immer wieder von der Niederlassung im Südsudan berichtet. Dort ist die Lage durch die Kämpfe der Regierungstruppen gegen die Rebellen so gefährlich, dass unsere Schwestern, nachdem eine von ihnen von Soldaten ermordet wurde,  das Land Richtung Uganda verlassen haben. Aber nicht nur die Schwestern - auch 1 Million Südsudanesen sind bisher nach Uganda geflüchtet und sind nun im weltgrößten Flüchtlingslager (Bidi-Bidi Refugee Settlement) untergebracht. Unsere Schwestern kümmern sich nun gemeinsam mit Patres des Ordens SVD (bei uns ist der Orden in St. Gabriel, Mödling) um Flüchtlinge.

Für ein armes Land wie Uganda mit 40 Millionen Einwohnern ist das in Summe auch keine leichte Aufgabe. Auf Österreich umgelegt wäre das ein Lager mit 200.000 Menschen.

Wenn Sie englisch lesen können, gibt es mehr Infos auf dieser Seite des Ordens. Für alle anderen gibt es dort auch interessante Bilder von der Gründung der neuen Ordensniederlassung und dem Riesen-Flüchtlingslager..


Dienstag, 14. November 2017

Eine Bitte der Caritas Sozialberatung

Die Caritas Sozialberatung unterstützt Menschen in existenzgefährdenden Lebenssituationen und Problemlagen. Betroffen sind Familien mit Kinder, Alleinerziehende, Alleinstehende und Menschen mit Migrationshintergrund.  Nicht immer regelmäßig gelingt es Menschen mit wenig Einkommen und vielen Problemen, die wichtigsten Zahlungen wie Miete, Energie…zu leisten. Wir wollen diesen Menschen Hilfe bei der Haushaltsplanung geben,  wo deren eigener Überblick eingeschränkt ist

Wir suchen und freuen uns auf Freiwillige, die uns dabei unterstützen!

Sind Sie interessiert, mehr darüber zu erfahren?
Bitte lesen Sie die weiteren Informationen weiter unten und kontaktieren Sie uns.
Caritas Sozialberatung
Martin Litschauer
02262/ 71069  oder  0664/ 825 22 75
sozialberatung-noenord@caritas-wien.at


HAUSHALTSPLANUNG  ist Ihnen wichtig und kein Fremdwort  für Sie?
Bitte UNTERSTÜTZEN  Sie uns bei der Begleitung von betreuten Menschen in Korneuburg


Beschreibung der Aufgabe
Die Freiwilligen (1-2 Personen)  unterstützen die Arbeit der Sozialberatung bei der Nachbetreuung. Ihre Tätigkeit unterstützt den nachhaltigen Erfolg unserer Beratung .
Wichtige Aufgaben sind dazu regelmässige Gespräche (ca. 1-2 Mal monatlich) mit KlientInnen zu deren finanziellen Haushaltsplänen. Die Sozialarbeiterin erstellt davor diesen Plan mit den KlientInnen, der in den weiteren Monaten eingehalten werden soll.
Als Freiwillige/r MitarbeiterIn sind Sie wichtiger Teil des Teams der Beratungsstellen. Sie werden persönlich und fachlich begleitet und erhalten spannende Einblicke in die Arbeitsfelder von Sozialer Arbeit. Natürlich werden Sie von uns gut eingeschult und auf den Kontakt mit Menschen gut vorbereitet
Zeitlicher Aufwand
Wochentags bis zu 4 Wochenstunden, tagsüber (Gespräche mit KlientInnen in der Beratungsstelle, fallweise Teilnahme an Teambesprechungen, Begleitung zu Behörden)
Dauer des Einsatzes
Wir freuen uns über eine längerfristige Mitarbeit, sinnvoll sind mindestens 6 Monate
Einsatzort
2100 Korneuburg, Donaustraße 3/3
Erwünschte Kenntnisse
Freude an Gesprächen mit betroffenen Menschen und Interesse an der Unterstützung in deren finanziellen Belangen (zB. Hilfe bei der Erstellung von Haushaltsplänen zur besseren Übersicht von Einkommen und Ausgaben). Hilfreich kann dazu Ihre einschlägige Berufserfahrung sein (zB. Bank, Büro..), aber vor allem ist Ihr privat gut praktizierter Umgang mit den eigenen Finanzen wichtig.
Wichtige Eigenschaften, die sie mitbringen sollten
Reflektierte, wertschätzende Haltung und Kommunikation gegenüber KlientInnen; „Ein gutes Gespür“ im Umgang mit Menschen, Teamfähigkeit und  Austausch mit hauptamtlichen MitarbeiterInnen der Einrichtung.

Ort

Notwendig  ist eigene Mobilität nach Korneuburg. Das Büro liegt zentral in Nähe von Hauptplatz. Wir sind auch in wenigen Minuten vom Bahnhof gut zu Fuß zu erreichen.

Montag, 13. November 2017

Advent Totale in Oberrohrbach

Ulli Neuhold, Leiterin des Stockerauer Chores Chorale Totale hat uns auf ein Konzert ihres Chores in der wunderschönen, eindrucksvollen Kirche von Oberrohrbach aufmerksam gemacht. Vielleicht kann man dann durch das Fenster der Kirche vor der Kulisse der Burg Kreuzenstein Schneeflöckchen beobachten. Das Programm und die Zeiten entnehmen Sie bitte dem Plakat. Von Stockerau sind es nur 9 Kilometer.

Im Bild sehen Sie den Innenraum der Kirche (Foto aus www.schermann-stolfa.at)




Chorale Totale können Sie auch hören (und sehen):
  • Fr., 1.12.2017, 17 Uhr Adventmarkt-Eröffnung (Pfarrhof Stockerau)
  • So., 24.12.2017 Christmette in der Stadtpfarrkirche Stockerau mit musikalischer Einstimmung ab 21.30 Uhr

Vorschau April/Mai 2018
Misa Criolla – Gemeinschaftsprojekt mit dem Chor E!CHO aus Leitzersdorf, 3 Aufführungen geplant




Sonntag, 12. November 2017

Treffpunkt Glaube - ein Wochenende im Hl. Geist



In unserer Pfarre findet diesen Herbst der zweite Durchgang des Alphakurses, genannt Treppunkt Glaube, statt. Ein zentraler Punkt ist das Hl. Geist Wochenende - das diesen Freitag Abend und Samstag vormittags in Tulln stattfand.







Ausgangspunkt war das Pfingstevangelium. Die Teilnehmer versuchten mit einer gewählten Figur sich in das Pfingstgeschehen einzubringen. Es war nicht so sehr ein Reden über den Hl. Geist, als vielmehr ein Erleben des Hl. Geistes. Jedenfalls waren alle mit großer Be-geist-erung dabei, das war unmittelbar zu spüren.





Am Freitag Abend fand der erste Teil statt, anschließend gab es gemütliches Beisammensein. Am Samstag ging es zum Morgenlob in den nahen Karner hinüber, ebenfalls ein schönes Erlebnis. Mit einem gemeinsamen Mittagessen endete das Wochenende. Es war ein wunderbares Wochenende gemeinsamen Betens, Singens, Lachens und gegenseitigen Austauschs.



Weitere Bildnisse gibt es in einem Fotoalbum der Pfarre.

Viele neue Ministrantinnen und Ministranten

Die neuen Minis
 Der heutige Sonntagsgottesdienst um halbzehn Uhr war ein Familiengottesdienst, bei dem unsere neuen Ministranten aufgenommen wurden und die Landjugend ein Fest feierte. Gleich 9 von unserem Diakon Anton Istuc "trainierte" Ministrantinnen und Ministranten wurden aufgenommen und versprachen unserem Pfarrer Markus Beranek, treu ihren wichtigen Dienst beim Altar zu tun.
In seiner Predigt ging Markus Beranek besonders auf das Evangelium von den klugen und törichten Jungfrauen ein und versuchte, dieses Gleichnis der Menschen, die gut vorbereitet sind gegen die, die trotz langer Vorbereitungszeit im rechten Augenblick nicht bereit sind, in die Gegenwart zu holen.
Fahnen der Landjugend
Den Wortlaut der Predigt  finden Sie hier.

Der Familienmessennchor samt dem bereits sechsköpfigen Orchester gestaltete den Gottesdienst mit vielen flotten Songs musikalisch.

Auch wir wünschen den neuen Minis alles Gute und viel Freude bei ihrer neuen Aufgabe! Sie haben viel Vorschuß-Applaus bekommen.


Hier gibt es 26 Fotos im Fotoalbum.

Törichte und kluge junge Frauen

Predigt von Pfarrer Markus Beranek am 32. Sonntag 11./12.11.2017

Für mich hat dieses Evangelium schon einen sehr adventlichen Charakter. Das ist gut so, denn heuer ist der Advent sehr kurz. Übrigens auch eine gute Erinnerung: wie der Advent wird, entscheidet sich schon im November – wer jetzt manche Geschenke kauft, hat vielleicht dann weniger Stress.

Stress haben in der Geschichte, die Jesus erzählt, allerdings fünf junge Frauen, die nicht rechtzeitig geplant haben. Heute wäre das Problem z.B. der leere Handyakku, während einige eine power-pack zum Nachladen mithaben. Alle zusammen sind sie vor dem Festsaal versammelt, in dem in den nächsten Stunden eine rauschende Hochzeitsfeier stattfinden soll. Sie alle sind Hochzeitsgäste und warten auf den Bräutigam. Es konnte schon vorkommen, dass sich der auf seinem Weg verspätet, dass es wirklich dunkel wird ist ein außergewöhnlicher Zufall. Die Öllampen sind wichtig, weil sie ja auch als Beleuchtung für das Fest dienen. Plötzlich geht alles ganz schnell, der Bräutigam ist da – die einen gehen in den Saal und jetzt bricht das Bild des rauschenden Hochzeitfest für einen Teil der Gäste ins Gegenteil um: die anderen haben die Gelegenheit verpasst und stehen vor der Tür und das Fest findet ohne ihnen statt.

Auch in dieser Geschichte will Jesus uns innerlich in Bewegung bringen. Das Hochzeitfest ist ein Bild für das volle Leben, ein Bild, dass Gott mit uns Begegnung feiern will: hier heute, mitten in unserem Alltag – und über das Leben in dieser Welt hinaus. Es ist eine ziemlich nüchterne Realität, dass wir diese Gelegenheit immer wieder verschlafen und versäumen können.
Deshalb braucht es Übung, um immer wieder in eine innere Offenheit für Gott zu kommen. Die innere Offenheit für Gott ist die Sehnsucht. Mir helfen für mein eigenes Leben dabei Phasen, wo ich zu allererst für mich selber Seelsorger bin. Zeiten der Ruhe, Zeiten, wo ich in der Natur bin, wo ich ins Museum gehe, aber eben aber auch Zeiten des Betens und der Stille. Wie den meisten Menschen geht es auch mir so, dass ich oft viel um die Ohren habe und dass es nicht einfach ist, mir diese Zeiten regelmäßig zu nehmen. Aber was ich wirklich als Privileg meines Berufes erfahre ist, dass ich ganz selbstverständlich Zeiten habe, wo ich gemeinsam mit anderen bete und Gottesdienst feiere. Ich erfahre das ganz dicht in Wochen, wo wir miteinander unterwegs sind: am Weltjugendtreffen in Krakau letztes Jahr etwa oder heuer in der Sommerwoche in Assisi. Ich spüre ganz deutlich den Wunsch, dass wir drauf achten, dass unsere ganzen Besprechungen auch zuerst Orte sind, wo wir miteinander beten und hinhören, was Gott uns durch die Umstände und Gegebenheiten sagt. Manchmal ist eine völlig überraschende Wahrnehmung von jemand anderen so etwas wie die Stimme Gottes.

Im Blick auf das heutige Evangelium würde ich sagen: Kirche, Pfarre – das ist für mich wie der Ölkrug, der mir hilft, meine eigene Sehnsucht für Gott immer wieder nachzufüllen und lebendig zu halten.
            Ich träume davon, dass unsere Pfarre noch viel mehr als bisher ein Ort ist, wo wir, die wir regelmäßig da sind erleben, wie sehr der Glaube an Jesus uns für unser Leben inspiriert. Ich wünsche mir, dass jedem Einzelnen noch viel mehr bewusst wird: dass ein Gottesdienst gelingt, das liegt an uns allen. Dass wir als Pfarre gastfreundlich sind liegt auch daran, dass jeder von uns auf neue Menschen zugeht. Ich wünsche mir, dass Menschen zum Gottesdienst kommen und erleben: ja, das bringt mich in meinem Leben weiter, hier findet mein Glaube Nahrung.
Und ich glaube, dass das nicht allein mit dem Gottesdienst gelingen kann. Ich erlebe, wieviel Austausch und gegenseitige Begleitung in den verschiedenen Gruppen der Pfarre oft möglich ist: bei der Mariazellwallfahrt, in der Legio, bei der Mütterrunde, in den Männerrunde um nur einige Beispiele zu nennen.
Ich glaube, dass es sich lohnt als Pfarre stark daran zu arbeiten, dass wir weitere Gruppen anstoßen, damit möglichst viele Menschen den Zugang zum Ölkrug haben, dass ihre Sehnsucht wach bleibt und ihr Glaube gestärkt wird. Wir sind Weggefährtinnen und Weggefährten auf dem Weg Gott zu entdecken und zu lieben. Wir sind für einander Inspiration und Impuls, um in der Liebe zu Gott weiter zu wachsen.
Eine Möglichkeit dazu ist der nächste Alphakurs, der am 10. Jänner starten wird.

Für heute gebe ich ihnen wieder eine Frage mit: wo sind für sie Orte und Menschen, wo ihr Glaube Nahrung bekommt, wo die Sehnsucht nach Gott lebendig bleiben kann?

Freitag, 10. November 2017

Sternenkinder

Wußten Sie, dass es in der Kapelle des Universitätsklinikum Tulln eine Gedenkstätte für Sternenkinder gibt? Sternenkinder nennt man Kinder, die vor, während oder nach der Geburt gestorben sind. Am Freitag, den 1. Dezember um 18 Uhr laden die Seelsorger des Krankenhauses zu einer Gedenkfeier ind dieser Krankenhauskapelle ein.


Einkehren...

Einkehren hat ja für viele Menschen nicht die Bedeutung dieser Einladung. Sie denken eher an einen Gasthausbesuch. Das aber ist ein Haus in der unsere Seele Gast sein darf. Und dazu lädt die Katholische Frauenbewegung Frauen ein. Am 5. Dezember wird dieser Einkehrtag im Kloster St. Koloman stattfinden. Alles über den geistlichen Begleiter Martin Sinnhuber und die Idee der Missionare der Barmherzigkeit können Sie hier nachlesen.

Bitte um Anmeldung per eMail bis 27. November.


Unser Kloster lädt ein

Die Mitgründerin des Ordens, dem die Schwestern unseres Stockerauer Klosters St. Koloman angehören, war Helena Stollenwerk (1852 -1900). Sie war, neben dem Generalsuperior der Steyler Missionare Pater Arnold Janssen und Hendrina Stenmanns, Mitbegründerin der Steyler Missionsschwestern 1889 und der Steyler Anbetungsschwestern 1898. Am 7. Mai 1995 wurde sie durch Papst Johannes Paul II. seliggesprochen. Ihr Gedenktag ist der 28. November.

Anlässlich dieses Gedenktages feiern auch unsere Schwestern im Kloster St. Kolomanam 27. November um 17:30  ihre Gründerin mit einem Festgottesdienst in der Klosterkirche und einer Agape im Festsaal.


Dienstag, 7. November 2017

Ein Kräuterpfarrer in Stockerau

Kräuterpfarrer Herr Benedikt Felsinger spricht am Dienstag, 21.11.2017, 19.00 Uhr im P2 zum Thema:

"Heilkräuter für Leib und Seele

Anschließend gibt es die Möglichkeit, mit dem Kräuterpfarrer ins Gespräch zu kommen. Benedikt Felsinger ist Prämonstratenser im Stift Geras. Und zu den Prämonstartensern sagt man nicht Pater sondern Herr. Jetzt sind Sie für die Diskussion gerüstet.

Spenden zugunsten des P2 sind erbeten

Hier geht es zu seiner Webseite.